

Es ist früh. Die Welt hat noch nicht begonnen zu lärmen: slow living
Das Wasser liegt vollkommen still – eine spiegelnde Fläche, die den blassen Winterhimmel in sich aufnimmt und ihn zurückwirft, weicher, traumhafter, als er je am Himmel war. Pastelltöne bestimmen die Stimmung: ein zartes Graublau, gebrochenes Weiß, ein Hauch von Rosa dort, wo das Licht den Horizont berührt. Die Farben flüstern. Sie fordern nichts.
Der Blick wandert weit – über das stille Wasser, über das gegenüberliegende Ufer, das sich in der Ferne auflöst, als hätte die Morgenstille alles Unnötige weggewischt. Nichts lenkt ab. Nichts drängt sich in den Vordergrund. Nur Weite. Nur Stille. Nur dieser eine Augenblick am Rand des Wassers.
Und mittendrin: ein Sessel. Gemütlich, einladend, so selbstverständlich am Ufer platziert, als gehöre er seit jeher dorthin. Er steht im Wissen um die Kälte des Wintermorgens und lädt trotzdem – oder gerade deshalb – zum Verweilen ein. Denn hier hat niemand Zugriff auf deinen Kalender. Hier gibt es keine Erwartungen, keine To-do-Listen, keine Benachrichtigungen. Nur den leisen Atem des Sees, das sanfte Knacken des Frostes und die Stille, die sich wie eine Decke um die Schultern legt. Slow Living pur.
Das Werk entstand in meiner charakteristischen Upcycling-Technik: Schicht für Schicht aufgebaut auf Altpapier, das seinen ersten Lebensweg bereits hinter sich hat. Die geometrische Textur der Oberfläche verleiht dem Bild eine haptische Tiefe, die über das Visuelle hinausgeht. Man möchte es berühren. Man möchte darin verschwinden.
Ein Bild, das nicht an der Wand hängt – sondern wartet. Auf den Moment, in dem du innehältst, es anschaust und dich erinnerst: Hier ist niemand. Nur du.


